Sportnahrung

Nahrungsergänzungsmittel – Sinnvoll oder Geldmacherei?

Nahrungsergänzungsmittel und Obst auf grünem Hintergrund

Nahrungsergänzungsmittel versprechen eine positive Wirkung auf die Gesundheit. Einige Hersteller reden sogar von einer Lebensverlängerung durch die Einnahme solcher Mittel. Überall stößt der Verbraucher auf Nahrungsergänzungsmittel, denn sie gelten als Lebensmittel und sind somit nicht nur in Apotheken zu bekommen, sondern ebenso in Drogerien, Onlineshops und Supermärkten erhältlich.

Nahrungsergänzungsmittel – Was ist das eigentlich?

Diese Mittel sollen ergänzend zur Nahrung eingenommen werden, um den Körper mit ausreichend Vitamine und Mineralstoffe zu versorgen. Sie sind in flüssiger Form und ebenso als Kapseln, Tabletten und Pulver zu kaufen. Die Mineralstoffe und Vitamine sind konzentrierter als die in Lebensmitteln. Dabei sind die Stoffe entweder tierisch oder pflanzlisch. Gesetzlich zählen Nahrungsergänzungsmittel nicht zu Medikamenten, sondern zu Lebensmitteln. Sie durchlaufen demnach keine strengen Kontrollen und Prozesse, die der Qualitätssicherung dienen. Zudem müssen ausländische Produkte nicht dem Lebensmittelrecht Deutschlands entsprechen. Verbraucher können sich also nicht sicher sein, dass sie ein hochwertiges Produkt kaufen und ebenso unsicher ist es, ob die angegebenen Inhaltsstoffe auch tatsächlich im Ergänzungsmittel enthalten sind. In Deutschland müssen Hersteller ihre Produkte dem BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) melden. Dort werden die Stoffe registriert, die der Hersteller angibt. Stichproben als Kontrolle sind von den Behörden möglich.

Studienergebnisse zum gesundheitlichen Effekt von Nahrungsergänzungsmittel

Studie von Tabletten (Nahrungsergänzungsmittel)Im Februar 2007 erschien im „Journal of the American Medical Association“ das Ergebnis von Untersuchungen eines Forscherteams aus Europa. Professor Bjelakovic hatte mit seinem Team die Resultate von verschiedenen Studien über Nahrungsergänzungsmittel überprüft. Dabei wurden mehr als 380 Veröffentlichungen analysiert, zu denen 68 klinische Studien gehörten. Mit diesen Studien wurde erforscht, ob Antioxidantien als Nahrungsergänzungsmittel Krankheiten vorbeugen oder die Sterblichkeitsrate reduzieren können. Dabei ging es um die Stoffe Selen, Beta-Karotin, Vitamin C, E und A. Bei stringenter Durchführung von 47 dieser Studien waren die Ergebnisse negativ oder neutral. Die anderen Studien warteten mit positiven Ergebnissen auf, allerdings war die Durchführung methodisch nicht exemplarisch. Die Bewertung der methodisch korrekt durchgeführten Studien ergab auch, dass das Sterblichkeitsrisiko mit regelmässiger Einnahme dieser Nahrungsergänzungsmittel um fünf Prozent anstieg. Bei Selen konnte eine Risiko-Reduzierung um neun Prozent festgestellt werden. Die Probanden der meisten Studien litten allerdings schon vor der Einnahme der Antioxidantien an Erkrankungen. Das Forscherteam sieht in seinen Resultaten Widerspruch gegenüber der Behauptung, dass Nahrungsergänzungsmittel die Gesundheit fördern. Warum die oben gennanten Stoffe schädigend wirken, konnte nicht festgestellt werden.

Wie Professor Biesalski von der Uni Hohenheim aussagt, würden keine Bedenken für die Sicherheit bestehen, wenn Personen Antioxidantien einnehmen möchten. Er sieht in dieser Analyse des Forscherteams kein fundiertes Resultat für ein erhöhtes Risiko bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln.

Fazit

Ob Nahrungsergänzungsmittel tatsächlich in einer zivilisierten Welt nötig sind, ist fraglich. Bei gesundheitlichen Störungen oder Mangelerscheinungen kann die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll sein. Ein gesunder Mensch nimmt bei einer ausgewogenen Ernährung in der Regel genügend Mineralstoffe und Vitamine zu sich.

Über den Autor

Robert Starke

Robert ist Fitness Enthusiast und Sportler aus Leidenschaft. Besonders gerne schreibt er über Themen rund um Ernährung, Sport, Diäten und alles was mit Körperlichem Wohlbefinden zu tun hat.

3 Kommentare

  • Es ist schon beruhigend, hin und wieder einen sachlichen Kommentar zum Thema Nahrungsergänzung zu lesen, obwohl auch hier wieder diese Theorie „Ein gesunder Mensch nimmt bei einer ausgewogenen Ernährung in der Regel genügend Mineralstoffe und Vitamine zu sich“ (oder ähnlich) auftaucht.

    Diese „kritische“ Berichterstattung zum Thema „Nahrungsergänzung“ sieht immer gleich aus.

    1.) Eine Überschrift auf dem Niveau der Boulevardpresse

    2.) Ein Foto, ein Teller, gefüllt mit bunten Pillen, die garantiert keine Nahrungsergänzungsmittel sind

    3.) Ein pseudowissenschaftlicher Artikel mit „Fakten“ aus „wissenschaftlichen Untersuchungen“

    Zunächst wäre festzuhalten, daß seriöse Wissenschaftler, die sich mit orthomolekularer Medizin befaßt haben, für ihre Forschungen Nobelpreise erhalten haben. Und es gibt eine große Zahl von Medizinern, die unter Anwendung solcher Forschung Behandlungserfolge nachweisen können.

    Insofern muß man die Fragen stellen: „Was soll das? Wer hat hier ein Interesse?“

    Was sind die Fakten?

    Der Mensch muss sich ernähren. Die Ernährung unterliegt einem Wandel.

    Ein Mensch kann krank werden. Dann geht er zum Arzt, zumindest wenn er das Glück hat, dort zu wohnen, wo es Ärzte gibt. Der Arzt behandelt ihn. Auch diese Behandlung unterliegt einem Wandel. Zudem wird es immer Ärzte geben, deren Behandlungsmethoden sich unterscheiden.

    Im Grunde muss man feststellen, daß die Bereiche Ernährung (also Nahrung einschließlich Nahrungsergänzung) und Medizin (also die sog. Schulmedizin und alternative Behandlungsmethoden) sehr eng miteinander verknüpft sind (Hinweis weiter unten zu Zivilisationskrankheiten).

    Ein Beispiel: Ein Patient kommt zum Arzt und klagt über Unwohlsein. Er ist Nichtraucher. Der Arzt stellt erhöhten Blutdruck fest und bestellt den Patienten für den nächsten Tag zur Blutentnahme. Am darauffolgenden Tag wird das Ergebnis besprochen. Der Arzt verordnet die übliche Chemiekeule. Von dem blutdrucksenkenden Mittel bekommt der Patient zunächst einmal einen trockenen Husten. Auf Vitamin D-Mangel oder Übersäuerung wurde gar nicht geprüft. Wer will bestreiten, daß dies die Praxis ist.

    Was haben denn die Autoren dieser Artikel dagegen, daß der Patient auf die Idee kommt, zu einem Heilpraktiker oder Facharzt für Naturheilkunde zu gehen? Was haben sie dagegen, daß der ihm etwas anderes empfiehlt?

    Richtig ist lediglich, daß man sich gesund bzw. ausgewogen ernähren sollte. Ein wenig Bewegung kann sicherlich auch nicht schaden. Der Rest geht an der Problematik vorbei.

    Und die Problematik liegt in zeitlichen Wandel, in dem sich unsere Lebensgewohnheiten befinden: Die Ernährung wird immer einseitiger. Der Körper muß immer mehr Konservierungsmittel, Farbstoffe und Geschmacksverstärker verdauen. Zudem sind die Lebensmittel durch Weichmacher in der Verpackung belastet. Hinzu kommt der ganze Chemiemüll, der im Rahmen der Tierproduktion verfüttert oder von der Landwirtschaft auf den Acker gebracht wird. Am Ende weiß der arme Verbraucher schon gar nicht mehr, wie er sich denn gesund ernähren soll.

    Trotzdem wird wieder diese These aufgewärmt, daß der, der sich ausgewogen ernährt, keine Nahrungsergänzungsmittel benötigt.

    Diese Aussage ist ebenso klug wie die, daß man keine Polizei bzw. Gerichte benötigte, wenn sich alle an die Gesetze hielten.

    Die Praxis sieht eben – bedauerlicherweise – anders aus.

    Tatsache ist, daß die meisten Menschen an sog. Zivilisationskrankheiten sterben und daß bei – von Fachleuten geschätzten – 70 – 80 % dabei die Frage der Ernährung eine signifikante Rolle spielt. Dies kann man nicht ignorieren.

    Und ganz nebenbei, die Sache mit der ausgewogenen Ernährung ist auch nicht unbedingt einfach, und nicht nur für die, die aufgrund eingeschränkter finanzieller Möglichkeiten auf Billigangebote in Supermärkten zurückgreifen müssen.

    In den U.S.A. sagt man „Wer Geld hat, isst im Restaurant, wer kein Geld hat, isst im Fast Food Restaurant, und wer überhaupt kein Geld hat, kauft im Supermarkt tiefgefrorene Burger, die er zuhause in der Microwelle (!) zubereitet.“

    Dann ist die These, daß man bei gesunder Ernährung keine Nahrungsergänzung benötigt, doch pure Blasphemie.

    Im übrigen wäre beispielsweise für die Aufnahme von 14 Milligramm Eisen der Verzehr von circa 29 Tomaten nötig, für 800 Milligramm des Vitamins A annähernd 8 Kilogramm gegarte rote Beete (ca. 6 kg in rohem Zustand). Und die Empfehlung, täglich mindestens drei Portionen Gemüse oder 400 g zu sich zu nehmen, wird nur von insgesamt 13 Prozent der Bevölkerung erreicht. Im Schnitt schaffen Frau mit 243 g am Tag etwas mehr als Männer (222 g), doch auch das ist noch deutlich zu wenig.

    Ferner sei an den Vitamin D-Mangel bei einem großen Teil der Bevölkerung erinnert, vor dem Wissenschaftler eindeutig warnen – besonders im Winter.

    Und ganz nebenbei: Was ist den wohl „natürlicher“, die Omega 3-Kapsel, die ich schlucke (sogar die Gelatine ist pflanzlichen Ursprungs), oder der gebleichte Zucker, den man für seinen Kaffee nimmt?

    Ich will damit deutlich machen, daß früher, als man noch nicht über Nahrungsergänzung sprach, die Homöopathie verteufelt wurde, und heute hat den Platz die Nahrungsergänzung eingenommen.

    Allerdings haben die Homöopathie und Nahrungsergänzung längst einen festen Platz in der Gesellschaft eingenommen. Nahrungsergänzung ist Teil der Evolution. Die Kritik daran zumeist auf dem Nieveau einer schlechten Verschwörungstheorie.

    In diesem Sinne: Besten Dank für Ihren Blog. JM

  • Hallo Joachim,
    erst einmal danke für deinen sehr ausführlichen Kommentar. Du hast sicherlich nicht ganz unrecht mit dem was du sagst und es gibt auch durchaus Nahrungsergänzungsmittel die sinnvoll sind. Insbesondere, wenn ein Mangel vorliegt. Aber man wird und bleibt nicht gesund, einfach nur weil man ein paar Vitamintabletten nimmt. Dazu gehört immer auch eine ausgewogene Ernährung. Darunter verstehe ich persönlich, dads man möglichst abwechslungsreiche und naturbelassene Lebensmittel zu sich nimmt. Das garantiert natürlich noch lange nicht, dass man keinen Mangel an irgendetwas hat, noch das man nicht wegen den tausenden anderen Umweltgiften denen man täglich ausgesetzt ist krank wird. Nicht umsonst gibt es Untersuchungen, das Menschen die 20 Jahre an einer viel befahrenden Straße leben im Schnitt 5 Jahre früher sterben. (wenn ich mich richtig erinnere)

    Das Problem was ich sehe sind die häufig gemachten Versprechungen von Anbietern die solche Mittel anbieten. Dabei werden häufig Studien finanziert, die man durchaus als „Gefälligkeitsstudien“ bezeichnen kann. Das gilt insbesondere für ausländische Unternehmen. Man muss sich nur mal die Seiten solcher Hersteller, zum Beispiel in den USA anschauen. Was da alles so versprochen und „wissenschaftlich“ bewiesen wird, finde ich schon erschreckend. Ist natürlich in der Pharma Branche noch viel schlimmer!

    Zum Thema Ärzte kann ich dir nur Recht geben. Ich bin zwar kein großer Anhänger von Homöopathie, aber ich glaube durchaus das man mit natürlichen Mitteln oft mehr erreicht als mit dem Einsatz von Chemie. Wenn ich krank bin und zum Arzt gehe, habe ich nicht das Gefühl das ich mit den standard Medikamenten die immer verschrieben werden, schneller gesund werde, als wenn ich mir einfach nur Hühnerbrühe zubereite und Salbeitee trinke.

    Noch zu meinem Artikel. Klar ist der etwas kurz geraten und sehr allgemein gehalten. Ich bin aber definitiv kein Gegner von Nahrungsergänzungsmitteln ich glaube nur, dass Sie oft nicht nötig sind und auch in manchen Fällen schädlich sein können. Das hängt natürlich auch vom jeweiligen Mittel ab und kann man nicht verallgemeinern. Beispielsweise esse ich regelmäßig frischen Fisch und Meeresfrüchte und glaube nicht, dass mir Omega3 Kapseln viel bringen würden. Bei dir kann das natürlich ganz anders aussehen. Man muss das Thema im Grunde immer individuell betrachten.

    Gruß Robert

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